„Wir stehen auf einem sehr guten Fundament“

Allgemein, Presse | 31. Mai 2013

Landrat Roland Bernhard zu Gast beim FDP-Kreisverband

Böblingen – Auf Einladung des FDP-Kreisverbandes informierte der Böblinger Landrat Roland Bernhard zum Thema „Unser Landkreis Böblingen: Wo stehen wir, wie geht es weiter?“

In seinem gut einstündigen Vortrag hob Bernhard die wichtigsten Handlungsfelder und Zukunftsthemen hervor, die den Landkreis derzeit beschäftigen. Den Fokus setzte er dabei auf die Punkte Gesundheit, Bildung und Mobilität. „In allen drei Bereichen stehen wir auf einem sehr guten Fundament“ so Bernhard gleich zu Beginn.

Aktuell wären die vier Krankenhäuser im Landkreis aber in einer schwierigen Situation. Wie so viele andere Häuser auch, würden rote Zahlen geschrieben. Man müsse sich zunächst fragen, wo die Ursachen hierfür liegen. „Die Ärzte und das ganze Personal machen eine hervorragende Arbeit und gehen an ihre Schmerzgrenzen“. Das Problem sei schlichtweg ein Finanzierungsproblem. Man müsse langfristig über einen Systemwechsel nachdenken. Kurzfristig wäre es aber auch unumgänglich, dass der Bund Geld in die Hand nimmt.

Roland Bernhard und Andreas Knapp

Roland Bernhard und Andreas Knapp

Aber auch der Kreis muss seine eigenen Hausaufgaben erfüllen. Dazu gehöre, dass ein medizinisches Gesamtkonzept erarbeitet wird. Ferner müsse der Klinikneubau auf dem Flugfeld gestemmt werden. Die Häuser in Sindelfingen und Böblingen sind über 50 Jahre alt. Ein Klinikneubau ist daher die sinnvollste Alternative. Man dürfe aber auch die Krankenhäuser in Leonberg und Herrenberg nicht vergessen. „Auch in der Zukunft brauchen die Städte ihre eigenen Kliniken“, so Bernhard weiter. Um den Bereich Medizin abzurunden, würde man derzeit an einem Gesundheitsgesamtkonzept arbeiten. Dieses würde sich nicht nur mit dem Thema Krankenhäuser beschäftigen, sondern auch versuchen, eine ganzheitliche medizinische Struktur in den Landkreis zu bringen. Die jährliche Gesundheitskonferenz wird sich mit den Punkten Nachwuchsproblem der niedergelassenen Ärzte, Apothekenversorgung und Förderung von Präventiv-maßnahmen auseinandersetzen.

Im zweiten Abschnitt seines Informationsvortrages ging der Landrat auf die Bildung im Landkreis ein. Seinen Fokus legte er dabei auf die beruflichen Schulen. „Wir sind stolz auf unsere beruflichen Schulen. Er appellierte auf ein gemeinsames Miteinander aller Beteiligten im Bereich Bildung.

Stolz zeigte sich der Landrat zum Thema Hochschule. „Unser Einsatz hat sich gelohnt. Die Landesregierung hat endlich grünes Licht gegeben“ kommentierte Bernhard die Entscheidung, dass an der bisherigen Akademie für Datenverarbeitung (ADV) in Böblingen eine Außenstelle der Hochschule Reutlingen eingerichtet und ein neuer Studiengang – Services Computing – angeboten werden soll. Die Einrichtung des Hermann Hollerith Zentrums für Services Computing ist für das Wintersemester 2013/2014 geplant.

Als letzten Punkt riss Landrat Bernhard noch den Bereich Mobilität an. „Wir haben die höchste Verkehrszahl auf unseren Straßen. Daher sind mehrere Baustellen unumgänglich geworden“. Absolute Priorität haben die Großprojekte Lückenschluss der B 295 und B 464 bei Renningen, Ausbau der B 464 an der Altdorfer Kreuzung bei Holzgerlingen sowie die Finanzierung des Lärmschutzdeckels auf der A81 zwischen Böblingen und Sindelfingen.

Auch im Bereich des öffentlichen Personenverkehres gibt es Prioritäten. Den Ausbau der Schönbuchbahn nannte der Landrat als alternativlos. Außerdem müsse die Gäubahn attraktiver gemacht werden. „Das kürzlich vorgestellte Fahrplankonzept für die Gäubahn ist ein Gewinn für unseren Landkreis“, freute sich Bernhard. Mit seiner Einführung wird der Landkreis Böblingen vier Intercityhalte mit Haltepunkten in Böblingen, Herrenberg, Gäufelden und Bondorf erhalten. Besonders für den Wirtschaftsstandort Böblingen/Sindelfingen sei dies ein großer Gewinn.

Die rund 40 Gäste nutzten im Anschluss die Möglichkeit, um dem Landrat ihre Fragen zu den genannten Themen zu stellen sowie Feedback, Anregungen und Kritik loszuwerden.
© Andreas Weik

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