Bericht Quartal Liberal mit Albert Duin

Schon zum 19. mal fand am 22. Juli das Quartal Liberal der FDP Herrenberg und Gäu statt. Zu Gast war diesmal der neu gewählte bayerische Landesvorsitzende der FDP, Albert Duin. Geboren in Ostfriesland, ging er als junger Mann nach Bayern, wo er sich seine Firma aufbaute. Überraschend zum Landesvorsitzenden gewählt, hielt der 60 jährige mittelständische Unternehmer im voll besetzten Gasthof „Adler“, wo viele Zuhörer aus der gesamten Region kamen, einen Vortrag über „FDP – klare Kante – klare Worte – klare Positionen“.

Andreas Weik, Albert Duin und Hosam el Miniawy

Andreas Weik, Albert Duin und Hosam el Miniawy

„Politikwissenschaftler haben Ahnung davon, wie sie etwas durchsetzen, aber nicht was sie durchsetzen“, mit dieser bewussten Provokation begann Albert Duin seinen Vortrag und wollte auf etwas entscheidendes hinweisen. Man brauche Leute in der Politik, die das Leben studiert haben und nicht diejenigen, die die besten Abschlüsse haben.
Albert Duin spricht sich für das dreigliedrige Schulsystem und das achtjährige Gymnasium aus. Die Schulbildung müsse entschlackt werden. Man bringe den Schülern Dinge bei, die sie zum Teil nie wieder brauchen werden.
Auch müssen die Aufstiegsmöglichkeiten für Hauptschüler erhalten bleiben. Es sollte direkt nach der Schule ein freiwilliges Praktikumsjahr möglich sein. Ebenso müssten die Lehrer besser ausgebildet werden.

Der Referent beklagt, dass körperlich schwer arbeitende Menschen, die ab einem gewissen Alter ihren Beruf nicht mehr ausüben können, vom Staat zu Umschulungen geschickt werden. Es bringe aber nichts, die Menschen umzuschulen, wenn es zu spät ist, stattdessen sollen diese Menschen alle 2 Jahre für 1 Monat eine kaufmännische Zusatzausbildung machen.
Ebenso beklagt er das neue Rentenkonzept. Dies schaffe ein großes Problem; der Rentensatz baut ab. „Der Arbeitgeber soll jedes Jahr jedem Arbeitnehmer 2,5% seines Bruttojahresgehalts auf ein Sperrkonto überweisen, auf dem das Geld auch vor dem Staat sicher ist. Dafür solle es keine Abfindungen mehr geben“, so ein Vorschlag Duins.
Ein Arbeitnehmer, der bisher für 7,50 € gearbeitet hat, bekomme mit dem Mindestlohn umgerechnet netto 55 Cent mehr Lohn als bisher. Der Staat halte sich selbst nicht an das Prinzip „Leistung muss sich lohnen“. Nur die Staatskassen würden dadurch voller.
Deutliche Kritik übt Duin an der Wirtschaftspolitik. So habe die Chemieindustrie vor etwa 3 Monaten bekannt gegeben, keine neuen Investitionen in Deutschland mehr zu tätigen. Er beklagt den allgemeinen Umgang mit der Industrie. „Es geht uns zu gut, es wird vollständig vergessen, dass das Zeug hergestellt werden muss“, so Duin. Gegen diesen „Nanny-Staat“, der über allem schwebe und sich um alles kümmere, müsse man kämpfen.

Das Gleiche bei der Umweltpolitik. Die Mentalität gehe in die Richtung: „Hauptsache die Verschmutzung passiert nicht bei uns“. Wenn man aus der Kernkraft aussteigt, müsse das in ganz Europa passieren.
Anstatt dem unfairen EEG-Gesetz, wäre es besser, die Stromanbieter zu verpflichten, 5% des eingespeisten Stromes müsse grüner Strom sein.

Albert Duins Botschaft ist ganz klar: „Klare Kante beziehen! Es ist wichtig, dass wir eine Meinung haben, kein Wischiwaschi! Transparenz und Offenheit, sagen was wir denken.“
„Liberale Meinung, ist Deine Meinung!“ Damit schloß er seinen Vortrag.

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