Ist die Staubsaugerverordnung der EU eine „gute Nachricht“?

Im Evangelischen Gemeindeblatt vom 24. August 2014 wurde die Verordnung der EU zur Beschränkung der elektrischen Leistungsaufnahme von Staubsaugern verbunden mit einem zukünftigen Verkaufsverbot für heute übliche Staubsaugergrößen als die „Gute Nachricht“ angepriesen.
Der Vorsitzende des Ortsverbandes Weissach-Rutesheim-Renningen nahm dazu in einem Leserbrief Stellung:

Die „gute Nachricht“ (Evangelisches Gemeindeblatt Nr. 34, 24.08.14, veröffentlicht in Nr. 37, 14.09.14)
Jeder, der sich mit Technik auskennt, weiß, dass die Saugleistung eines Staubsaugers direkt von der elektrischen Leistung multipliziert mit dem Wirkungsgrad abhängt. Der Wirkungsgrad ist allerdings nur in sehr engen Grenzen beeinflussbar. Die Aussage von Ines Oehme ist also ziemlich unsinnig. Bei reduzierter elektrischer Leistung steigt die Zeit, die zum Staubsaugen benötigt wird, entsprechend. Wo bleibt die Energieeinsparung? Die äußerst unbedeutende Rolle des Staubsaugens auf den deutschen Energiebedarf kann sich jeder selber bestimmen, wenn er ausrechnet, wie lange ein Staubsauger tatsächlich durchschnittlich pro Tag in seinem Haushalt in Betrieb ist. Dabei ist die Nennleistung nur bei der seltenen Vollast gefragt.
Die EU ist ein Friedensprojekt für das Zusammenleben der Menschen in Europa. Ziel sollte nicht sein, den Menschen im Alltag ihr Verhalten vorzuschreiben, vor allem, wenn es sich um solch unsinnigen Einschränkungen handelt. Wo bleibt die Luthersche Freiheit und Eigenverantwortung der Menschen?
Der Redaktion des Gemeindeblattes kann man nur empfehlen, solche Themen den Fachleuten zu überlassen, die davon etwas verstehen und nicht etwas als gute Nachricht anzupreisen, was dazu beiträgt, den Unmut über die „Bürokraten in Brüssel“ weiter anzuheizen.
Als Physiker und Hausbesitzer, der über Photovoltaik mehr Strom produziert als im Haushalt verbraucht wird, weiß ich, wovon ich schreibe.
Dr. rer. nat Jörg Schweikhardt

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