Liberale diskutieren die Auswirkungen der Energiewende

Allgemein, Ortsverband Sindelfingen, Presse | 20. November 2014

Sindelfingen – Über 30 Mitglieder der FDP haben sich im Rahmen einer Mitgliederversammlung im Parkrestaurant in Sindelfingen getroffen, um den Vortrag von Prof. Dr.-Ing. Voß vom IER zum Thema „Perspektiven der Energiepolitik“ zu hören und anschließend zu diskutieren.

Dr.-Ing. Thomas Fölster, Beisitzer im Kreisvorstand der FDP, Prof. Dr-Ing. Alfred Voß, Herr Hans Dieter Scheerer, Kreisvorsitzender der FDP

Dr.-Ing. Thomas Fölster, Beisitzer im Kreisvorstand der FDP, Prof. Dr-Ing. Alfred Voß, Herr Hans Dieter Scheerer, Kreisvorsitzender der FDP

Professor Voß war Leiter des Institutes für Energiewirtschaft und Rationelle Energieanwendung der Universität Stuttgart (IER) und ist ein anerkannter Experte für Energietechnik und –versorgung. In seinem Vortrag hat er ausführlich und mit detailliertem Wissen das von der Bundesregierung verabschiedete Energiewendekonzept dargelegt, das bis 2050 einen Anteil der regenerativen Energien von 80% an der Stromerzeugung und eine Reduktion der Treibhausgasemissionen von bis zu 95% im Vergleich zu 1990 vorsieht. Herr Prof. Voss hat eindrucksvoll die Aufwendungen aufgezeigt, die mit einem weiteren Anstieg der regenerativen Energieerzeuger einhergeht. So muss das Stromnetz von der heute dezentralen Struktur umgestellt werden auf ein Netz, das den Strom vom windreichen Norden der Republik in den Süden transportiert. Weiterhin müssen sog. Backup-Anlagen wie z.B. Gaskraftwerke installiert werden, die bei Ausfall der Wind-oder Sonnenenergie die Stromversorgung sicherstellen müssen und Speicher zur Integration der Stromüberschüsse. Auch der Widerspruch, dass die Treibhausgasemissionen trotz Steigerung der regenerativen Energien angestiegen sind, konnte Professor Voß durch den gleichzeitigen Anstieg der Kohleverstromung bei vergleichsweise geringen Preisen für CO2-Zertifikate plausibel darlegen.
In einer anschließenden regen Diskussion ist deutlich geworden, dass nur durch eine marktwirtschaftliche Konkurrenz der verschiedenen Stromerzeugungsarten die Kosten der Energiewende bei Beibehaltung der Klimaschutzziele im vertretbaren Rahmen gehalten werden können. Hier muss sicher die Energiewende neu überdacht werden.

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