Aidlinger FDP-Gemeinderat zu Gast bei den schottischen Liberalen

Daniel Alexander Schmidt zu Gast beim Vorsitzenden der Liberal Democrats im Parlament in Edinburgh

Edinburgh/Böblingen Im Vereinigten Königreich ist der Liberale Nick Clegg stellvertretender Premierminister, in Schottland ist Willie Rennie der Vorsitzende der Liberal Democrats. Die Partei ist zusammen mit der FDP im Verband Liberale Internationale und auch in der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa. Rennie, der 2006 bis 2010 Abgeordneter im britischen Parlament in London war, ist seit 2011 Mitglied des schottischen Parlaments und seitdem auch der Vorsitzende der Liberalen in Schottland. Er lud Schmidt zu sich ein um mit ihm über die Situation in Schottland und gemeinsame Themen zu sprechen. Zusammen mit seinem italischen Studienkollegen, Edoardo Salvadeo, folgte er dieser Einladung sehr gerne.

Die Unabhängigkeitsabstimmung in Schottland

Zu sehen sind v.l.n.r Edoardo Salvadeo, Willie Rennie und Daniel Alexander Schmidt

Zu sehen sind v.l.n.r Edoardo Salvadeo, Willie Rennie und Daniel Alexander Schmidt

Der Ausgang der Volksabstimmung habe Rennie sehr gefreut. Auch er habe sich dafür eingesetzt, dass Schottland ein Teil des Vereinigten Königreichs bleibt: „Wir Liberalen sind zwar immer dafür so viel wie möglich Verantwortung an die einzelnen Länder und Gemeinden abzugeben, jedoch ist eine komplette Abspaltung nicht die Lösung.“ Die Vorteile des weiterhin bestehenden, gemeinsamen Staates von England, Wales, Nordirland und Schottland überwiegen für ihn. So sei beispielsweise das Gesundheitssystem gemeinsam effektiver, genauso wie die Außen- und Wirtschaftspolitik. Das britische Pfund Sterling und die Union mit den anderen Staaten des Königreiches sind der Hauptgrund dafür, dass große Unternehmen wie die Royal Bank of Scotland ihren Hauptsitz weiterhin in Schottland belassen und nicht nach London verlegen, da dort eigentlich der wichtigste Finanzplatz Europas liege. Der Großteil der Schotten sah das genauso, mit 55,3% haben sie gegen die Unabhängigkeit gestimmt. Schmidt ist für jede Gemeinderatssitzung in Aidlingen auf eigene Kosten ein paar Tage nach Hause gereist, konnte aber trotzdem die Debatten und die Unabhängigkeitsabstimmung vor Ort miterleben. Er war besonders beeindruckt von dem großen Interesse beinahe aller Schotten an der Abstimmung und der Wahlbeteiligung von 84,6%, die einen Rekord im Land darstelle.

Für ein gemeinsames Europa

Zusammen werden die Liberalen alles dafür geben, die Europäische Union zu stärken und stabil zu halten. Sowohl in Deutschland als auch in Großbritannien gibt es Parteien die sehr europakritisch seien und am liebsten austreten würden. Es gelte den Friedensgarant EU zu sichern: „Wir müssen den Menschen erklären, dass die Europäische Union Arbeitsplätze bedeutet, dann wird es auch weniger Kritiker geben“, so Rennie. Als Italiener findet Salvadeo es unverständlich, dass in Deutschland jemand gegen den Euro sein kann, da Deutschland besonders von der Währung profitiere. Verwundert sei er auch, dass es europakritische Briten gibt: „Die Freihandelszone der Europäischen Union nutzt allen Mitgliedsstaaten. Wir wünschen uns in Italien auch so eine niedrige Arbeitslosigkeit wie in Deutschland oder im Vereinigten Königreich, die EU ist der Schlüssel dazu“, so Salvadeo. Schmidt unterstrich die Bedeutung Europas am Beispiel der Freizügigkeit. Ohne Visa oder Aufenthaltsbeschränkungen für ein Auslandssemester oder wie Salvadeo für ein ganzes Masterstudium in Schottland Leben zu können sei für Schmidt eine unvergleichliche Erfahrung, die er allen Studenten empfehlen möchte. Man könne sich aussuchen wo man leben, studieren und arbeiten möchte, dies ist eine große Freiheit die es für ihn zu bewahren gilt.

Solidarität unter Liberalen

2015 wird im Vereinigten Königreich das Parlament in London neu gewählt. Dafür seien Rennie und seine Parteifreunde bereits jetzt im Wahlkampf. Beispielsweise im Wahlkreis Edinburgh West hält der Liberale Mike Crockart das Mandat. Schmidt half vor Ort um von Haus zu Haus die Bürger zu überzeugen auch bei der nächsten Wahl ihren proeuropäischen Abgeordneten weiterhin zu unterstützen. „Sehr gerne habe ich geholfen und konnte viel darüber lernen wie im Vereinigten Königreich um Wählerstimmen geworben wird, bei uns in Baden-Württemberg ist die entscheidende Wahl 2016, bei der wir mit einem überdurchschnittlichen Ergebnis rechnen“, so der Kreisvorsitzende der Böblinger Jungen Liberalen und Pressesprecher des FDP-Kreisverbandes, Schmidt, zum Abschied zu seinen schottischen Kollegen.

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