Gesine Meißner und Dr. Florian Toncar zu Gast beim Quartal Liberal der Freien Demokraten Herrenberg und Gäu

Langjährige Stellvertretende Ortsvorsitzende Silvia Fuchß verabschiedet

Besuch aus Straßburg in Herrenberg: Im Rahmen des traditionellen Quartal Liberal der Freien Demokraten konnte der FDP-Ortsvorsitzende Andres Weik die Europaabgeordnete Gesine Meißner in Herrenberg begrüßen. Im Mittelpunkt ihres Vortrags stand „Der ländliche Raum – Ein wichtiger Lebens- und Wirtschaftsraum in Europa“.

Selbst in einem landwirtschaftlichen Betrieb im Norden Niedersachsens aufgewachsen, Mitglied der Landfrauen und im ländlichen Raum zu Hause, konnte Meißner aus eigener Erfahrung sprechen. So sei der ländliche Raum Rückzugsort mit Ruhe und Naturverbundenheit, aber eben auch Lebensraum mit ausgeprägtem Vereinsleben und starkem Zusammenhalt der Bevölkerung und Wirtschaftsraum, in dem gearbeitet und produziert werde. Allerdings erschwere, so die Abgeordnete, die unzureichende Anbindung an die Verkehrsinfrastruktur und das schnelle Internet immer noch das berufliche und private Leben der Bewohner. Deutschland liege bei der Versorgung mit schnellen Internet sogar noch hinter dem Durchschnitt aller EU-Staaten: „Man glaubt das nicht, aber es ist wirklich so und das kann nicht wahr sein“, so Meißner.

Weiterhin ging Meißner auf das Thema Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft ein, etwa im Zusammenhang mit Pflanzenschutz- und Düngemitteln sowie dem Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung. Probleme bereite hierbei besonders die unsachliche und teilweise falsche Risikokommunikation: „Da wird auch viel Panik verbreitet. Zum Beispiel wird in der Öffentlichkeit häufig nicht erwähnt, dass der regelmäßige Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung in der EU und somit auch in Deutschland verboten ist und nur in tierärztlich begründeten Einzelfällen erfolgt“, erläuterte die Abgeordnete.

von links nach rechts: Andreas Weik, Gesine Meißner MdEP, Silvia Fuchß und Dr. Florian Toncar

Im Anschluss an Meißner ging der FDP-Bundestagskandidat Dr. Florian Toncar auf die Situation im Kreis Böblingen ein. Der wirtschaftliche Strukturwandel werde in den nächsten Jahren tiefe Spuren hinterlassen. Vor allem die Veränderungen für die Automobilindustrie – etwa neue Antriebe und selbstfahrende Autos – seien gravierend. „Wenn wir wollen“, so Toncar, „dass unser Landkreis auch in Zukunft wirtschaftlich in der ersten Liga spielt, dann muss die Politik viel mehr als bisher dafür tun: endlich die A81 zwischen Böblingen/Sindelfingen und Stuttgart dreispurig ausbauen, die Gründung neuer Unternehmen erleichtern, schnelles Internet im gesamten Landkreis bereitstellen.“ Vor allem aber müsse die Politik der Autoindustrie in den kommenden Jahren dabei helfen, sich den veränderten Bedingungen anzupassen: „Es ist ein Märchen, dass unsere Industrie die Elektromobilität verschlafen hat. Ein Drittel der weltweiten Patente in diesem Bereich wird in Deutschland angemeldet. Unsere Unternehmen brauchen gewiss keine Nachhilfe aus der Politik, um mitzubekommen, wie sehr sich ihre Absatzmärkte heute schon verändern. Und unsere Ingenieure können den Wandel auch schaffen – wenn sie nicht durch eine falsche Politik mit ideologischem Ballast wie einem totalen Zulassungsverbot für alle Verbrennungsmotoren bereits im Jahr 2030 beladen werden.“ Solche Vorschläge seien technisch nicht umsetzbar, ohne dass unsere heimische Autoindustrie dramatisch schrumpfe – und mit ihr die Zulieferer, die exzellenten technischen Hochschulen im Südwesten, der Maschinenbau und das Handwerk. „Das alles ist kein Spiel – es geht um mehrere tausend Arbeitsplätze hier bei uns. Und einmal weg heißt in der Industrie meistens auch nie wieder da“, warnte Toncar, der dieses Thema im Falle seiner Wahl zu einem Schwerpunktthema machen möchte.

Zum Abschluss der Veranstaltung bedankte sich Andreas Weik im Namen der Freien Demokraten bei beiden Vortragenden für die interessanten Beiträge. Er nutzte die Gelegenheit, sich bei seiner Stellvertreterin Silvia Fuchß für die gute Zusammenarbeit in den letzten Jahren zu bedanken. Fuchß mache mit ihrer Familie, so Weik, einen „umgekehrten BREXIT“ – sie ziehe vorläufig ins englische Birmingham. Die gute Nachricht sei aber, so Weik, dass sie auch weiterhin Mitglied des FDP Ortsverbandes Herrenberg und Gäu bleiben wolle. Silvia Fuchß aus Jettingen war seit 2007 Stellvertretende Ortsvorsitzende.

 

 

 

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